Begleittext zum Objekt: "Ausgehend von dem Gedanken, dass mit dem Neubau des Stadthauses allen Einwohnern der Universitätsstadt Gießen ein politisches, administratives und kulturelles Zentrum zur Verfügung stehen soll, das allen Eintretenden Unterstützung, Hilfestellung und Rat gewährt, war der Anspruch für das zu gestaltende Kunstwerk frühzeitig formuliert. Angelika Summas "Kugel für Haltsuchende" erfüllt diesen Anspruch an das Gebäude auf sinnfällige Weise:
Die Kugel für Haltsuchende hat eine runde Form und deshalb keine bevorzugte Schauseite – alle Ansichten sind gleichgewichtig und gleichbedeutend, wie die Menschen, die das Stadthaus betreten. Die Kugel, wer will darf auch an den Erdball denken, wurde aus Baustahl geschweißt. In Betonbauten, wie dem Stadthaus, geben Bewehreisen die nötige Stabilität. In ähnlicher Weise bietet die aus "Haltegriffen" bestehende Kugel jedem Hilfesuchenden symbolischen Halt. Die feingliedrige durchsichtige Struktur des Kunstobjekts korrespondiert mit der offenen Architektur des Atriums, das Einblicke in die Büros gewährt, in denen Menschen tätig sind, an die sich die "Haltsuchenden" wenden können."
Die Kritik einiger Diskutierenden an diesem Werk läßt sich mit dem Wort "Sozialkitsch" treffend zusammenfassen. Mich erinnert der formulierte Selbstanspruch sehr an die staatliche Auftragskunst unserer "Vorfahren" aus der DDR.
|