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DRAUSSEN VOR DER TÜR
[out of the door -:- fuera de la puerta]

Draussen vor der Tür

Draussen vor der Tür

Draussen vor der Tür

Das Motiv der Fotoserie “Draussen vor der Tür” sind Objekte in Galerien, betrachtet von außen durchs Schaufenster. Ich bereise Städte und durchstreife die “Galerienviertel”; eine Reise zum Kunstwerk. Dieses wird mit der Kamera aus seiner Umgebung, dem Kunstraum, herausgerissen. Der Blickwinkel von der Straße ist oft nicht frontal, sondern beispielsweise ein seitlicher. Diese Ansicht vermischt sich je nach Lichtverhältnissen mit Strassenszenen in Form von Spiegelungen und Reflexionen; die Gestaltung der Hausfassade um das Schaufenster herum schafft einen neuen Rahmen für das Werk. Mit der Aufnahme beginnt die Reise des Abbildes des Kunstwerkes, die mit einer Ausstellung in einem anderen Kunstraum ihr Ziel erreicht; und gleichzeitig Motiv und Ausgang für eine erneute Appropriation oder Reise sein könnte.

Draussen vor der Tür

Draussen vor der Tür

Verschiedene Aspekte sind dabei für mich interessant zu erforschen und Bestandteil dieser Arbeit. Zum einen geht es um Appropriationen; die abgebildeten Kunstwerke aus einem Blickwinkel darzustellen, für die sie nicht erschaffen wurden, der aber trotzdem Alltagsbestandteil ist. Viele Menschen werfen beim (zufälligen) Vorbeigehen nur einen flüchtigen Blick in das Schaufernster einer Galerie und betreten diese nicht. Diese Ansicht konserviere ich.

Draussen vor der Tür

Draussen vor der Tür

Gegenwärtig wird das Thema Copyright / Urheberrecht in allen Bereichen nicht nur der Kultur diskutiert. Meine Fotos, obwohl von der Straße aus fotografiert, fallen nicht unter die Panoramafreiheit. Also sind sie in gewisser Weise auch eine Form von Diebstahl und Piraterie. Eine Entführung aus dem Markt. Der Gesichtspunkt, die Bilder von Aussen zu betrachten, also den Marktplatz Galerie nicht zu betreten, selbst nicht am Markt teilzunehmen, kann als Kapitalismus- bzw. Kunstmarktkritik interpretiert werden.

Draussen vor der Tür

Draussen vor der Tür

Draussen vor der Tür

Mit der Kamera eigne ich mir das fremde Werk an und setze es wie ein Sample in eine eigene Bildkomposition. Dieses Copy & Paste geschieht jedoch nicht auf digitalem Wege, also auch keine originalgetreue Kopie, sondern durch die Wahl des Aufnahmestadtortes und dem Blick durch das Schaufenster entsteht eine Verfremdung. Sie ist Sinnbild einer magischen Grenze zwischen öffentlichen und vermeintlich privatem Raum. Hier die Straße, auf der ich mich frei bewegen darf, dort die Galerie, die zwar als Geschäftsräumlichkeit im Rahmen ihrer Öffnungszeiten ebenso frei zugänglich ist, aber juristisch eine Privatsphäre darstellt. Das Gebäude an sich unterliegt der Panoramafreiheit, der Blick ins Innere oder auf die Schaufenstergestaltung ist ohne Genehmigung nicht gestattet fotografisch festzuhalten und zu verwerten.

Draussen vor der Tür

Draussen vor der Tür

Das Charakteristische der Appropriation Art ist es, fremde Werke in das eigene Werk zu integrieren, dieses erkennbar zu belassen und zu zitieren. Der Akt des Aneignens und das daraus resultierende Werk haben einen eigenständigen künstlerischen Charakter, sind also nicht einfach nur Plagiat oder Fälschung. Die Bewertung dessen kann je nach Sichtweise unterschiedlich ausfallen. Ähnlich vergleichbaren Phänomenen in der Musik, z.B. Sampling oder Covern, ist es ein Anliegen der Künstler, die Übernahme und Bearbeitung fremder Vorlagen als eigene Kunstform und Arbeitstechnik zu etablieren. Schmücke ich mich mit fremden Eigentum oder ist das fotografische Festhalten meines Blickes die dominierende Eigenschaft der Werkserie "Draussen vor der Tür"? Dies mag jeder für sich selbst beurteilen.

Draussen vor der Tür

Draussen vor der Tür

APPROPRIATIONS
01 – Frankfurt/Main – Galerie wagner + marks – Fabian Seyd
02 – Frankfurt/Main – Voges Gallery – AlexanderTinei
03 – Frankfurt/Main – Galerie Rothamel – Raissa Venables
04 – Frankfurt/Main – Galerie Rothamel – Nguyen Xua
05 – Frankfurt/Main – Planet Vivid Gallery – Ronnie Zimmermann
06 – Frankfurt/Main – Galerie mühlfeld + stohrer – Eberhard Bitter
07 – Frankfurt/Main – Galerie La Brique – Eduard Gorokhovski
08 – Frankfurt/Main – GalerieMaurer – BeautifulIllusion
09 – Frankfurt/Main – Galerie Eva Winkeler – MatthiasMeyer
10 – Cologne – Galerie Stefan Röpke – Aleksandar Duravcevic
11 – Cologne – Galerie Priska Pasquer – Andrei Molodkin
12 – Berlin Mitte – Galerie Klosterfelde – Matthew Antezzo
13 – Berlin Mitte – ATM Gallery – The Krah
14 – Berlin – Adamski Gallery – Edgar Arceneaux

Artist:
Wolf D. Schreiber

Gießen / Germany
 CV / Biography


www.appropriation-art.de

 

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The motives of the photo series “Out of the door” are objects in galleries, regarded from the outside by the shop window. I go to different cities and roam across the “gallery quarters”; a journey to the artwork. This is pulled out with the camera from its environment, the art area. The point of view of the road is often not frontal, but for example laterally. This opinion mixes itself depending upon lighting conditions with road scenes in the form of reflections and reflections; the organization of the house front around the shop window creates a new framework for the work. With the admission begins the journey of the image of the work of art, which achieves its goal with an exhibition in another art area; and motive and exit for a renewed appropriation or journey to be simultaneous could.

Different aspects are for me interesting to explore . On the one hand appropriation art. One point is to represent the original artworks from a point of view for which they did not create, which is however nevertheless an everyday life component. Many humans throw when (randomly) passing only a volatile view into window of a gallery and don’t enter these. I conserve this view.

At present the topic copyright is discussed within all ranges of culture. My photos, although took up from the street, do not fall under freedom of panorama. Thus they are in certain way also a form of theft and piracy. A kidnapping from the market. The criterion to regard the pictures from the outside, not to enter the market place, not to participate in the market, can be interpreted as capitalism and/or art market criticism. Do I decorate with foreign property or is the photographic saving of my view the dominating characteristic of my work? This may judge everyone for itself.

 

El tema de la serie „Fuera de la Puerta“ son objetos en galerías, contemplados a través de los escaparates. Yo viajo por diversas ciudades y paseo por los „barrios de las galerías“: es un viaje hacia la obra de arte. Una vez allí, la arranco de su entorno, de la sala de arte, con la cámara. La prespectiva desde la calle no siempre es frontal, sino, por ejemplo, lateral. Esta visión se mezcla, dependiendo de las condiciones de iluminación, con las escenas de la calle en forma de espejos y reflejos. La configuración de la fachada del edificio que rodea el escaparate crea un nuevo marco para el trabajo artístico. Con las fotos empieza el viaje de las ilustraciones de las obras de arte, que alcanza su meta con otra exposición en otro espacio artístico y, al mismo tiempo, puede ser tema y resultado de una nueva apropiación o viaje.

Además, diversos aspectos son para mí interesantes de investigar y son una parte constante en este trabajo. Por una parte existe una “Appropriation Art”. Inspirado en mi „modelo“ artístico, la fotógrafa estadounidense Louise Lawer, se trata de representar las obras de arte expuestas desde una prespectiva para la que no se han creado, pero que, sin embargo, es parte de la vida cotidiana. Muchas personas echan por casualidad un vistazo rápido a los escaparates de cualquier galería y no entran en ella.

Actualmente se discute el tema de los derechos de autor en todos los ámbitos, no sólo en el de la cultura. Mis fotos, aunque están realizadas desde la calle, no se circunscriben a la “libertad panorámica”. Así que son también, en cierto modo, una forma de robo y piratería. Un secuestro del mercado. El punto de vista, contemplar las imágenes del exterior, sin entrar en el mercado de arte que es galería, sin participar de ese mercado, puede ser interpretado como una crítica del capitalismo y del mercado artístico. ?Me estoy arrogando la propiedad ajena o constituye mi visión, plasmada en la fotografía, la propiedad relevante de la obra? Esto lo puede juzgar cada uno por sí mismo.

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